„Wenn du ein Kind siehst, hast du Gott auf frischer Tat ertappt."

(Martin Luther)

 

Vorwort

„Wenn du ein Kind siehst …“

Die Tür öffnet sich. Du gehst hindurch. „Herzlich willkommen!“ steht da auf einem großen Schild. „Hier ist ein Platz für dich!“ Ein einladender Raum, ein einladender Platz. Auf dem Weg ins Haus sitzt völlig in Gedanken ein kleines Mädchen. Gedankenverloren beobachtet es einen kleinen Regenwurm. Ein paar Meter weiter bauen Kinder im Matsch eine Burg mit Garten.  Über den Flur rennen zwei kleine Mädchen. Fröhlich suchen sie. Entdecken ihre Möglichkeiten. Ein Junge ruft von weitem: „Hallo!“ und lacht dich an. In der Garderobe weint ein Kind – Abschiedsschmerz. Und ein anderes will gar nicht mehr nach Hause. Du siehst diese Kinder und alle haben Raum für ihre Gefühle und ihre Ideen. Du siehst diese Kinder und in ihnen begegnen die Spuren Gottes, suchende, fragende, liebende, fröhliche und traurige. Die Tür, durch die Du gegangen bist, ist die Tür zu einer Welt der Kinder. Du bist mitten drin im evangelischen Kindergarten.

Wer aber bist Du? Du bist die Mitarbeiterin. Im Kind siehst dueinen Gedanken Gottes. Einen unbehauenen Stein, in dem das großartige Kunstwerk verborgen liegt. Du willst es begleiten, mit ihm seine Form entdecken. Du bist offen für seine Lebensfragen und du bist dialogfähig. Denn seine Fragen sind auch deine Fragen. Miteinander lernt ihr das Leben kennen und gestaltet die Zeit aus Gottes Händen.

Du bist die Mutter und der Vater. In deinem Kind siehst du ein dir anvertrautes Geschenk. Du hast es empfangen als eine Kostbarkeit. Für dein Kind willst du nur das Beste. Du hast eine Ahnung, dass es im Leben mehr gibt, als das Offenbare. Für dein Kind wünscht du dir Räume und Begleiterinnen, die deinem Kind Möglichkeiten schenken, die Welt als die Schöpfung Gottes zu verstehen. Für dein Kind wünschst du einen Raum der Bergung und der Erkundung, in dem die Fragen nach dem Horizont des Lebens und nach Gott nicht ausgespart werden.

Du bist vielleicht aber auch ein Mensch, dem die Menschen am Herzen liegen. Dafür setzt du dich im Kirchenvorstand oder in politischen Gremien ein. Du bist neugierig und du willst wissen, wie das so ist in einer Evangelischen Kindertagesstätte. Darum bist du eingetreten durch Tür. Und nun siehst du die Vielfalt des kindlichen Lebens. Farbenfroh wie Gottes Schöpfung. Du siehst die Kinder in diesem Haus und siehst, dass es ein Haus der Achtung und Wertschätzung ist. Du siehst aber auch, dass die Arbeit mit den Kindern nicht beliebig ist. Sie folgt Leitlinien und sie atmet den Geist Gottes, den Geist der Liebe. Du beobachtest, dass es hier ein Klima des Miteinanders gibt. Mitarbeiterinnen, Kinder, Eltern und der Träger arbeiten eng und wertschätzend zusammen. Sie begegnen einander mit Geduld.

„Wenn du ein Kind siehst, hast du Gott auf frischer Tat ertappt.“  Die nachfolgenden Sätze sind die Leitlinien für der evangelischen Kindertagesstätte „Vicelin-Kindergarten“ Bornhöved dargestellt. Sie prägen alle Handlungsfelder der evangelischen Kindertagesstättenarbeit.

 

  1. 1.      Kinder sind Geschöpfe und Schöpfer zugleich!

Mit Leib und Seele, mit Raum und Zeit entdecken wir mit ihnen spielend, staunend und lernend Gottes Schöpfung.

Wir nehmen Kinder als Geschöpfe Gottes wahr. Sie sind gewollt und geliebt,  unabhängig von ihren Gaben und Stärken, von ihren Geschlecht und ihrer Herkunft. Wir sehen in jedem Kind ein einmaliges Geschöpf Gottes, das sich in vielfältigen Beziehungen zu Menschen und Räumen erfährt, in denen seine Persönlichkeit reifen kann. Kinder haben ein aktives Verhältnis zu ihren Mitgeschöpfen und Schöpfungsräumen (vgl. Gen 1,26ff).

Der Vicelin-Kindergarten besteht aus speziell für Kinder gebaute Häuser und für sie hergerichtete Lebensräumen(Gruppenräume, Spielräume, Gärten, etc.). Sie sind für Kinder gestaltet und werden zugleich von Kindern gestaltet.

Der Vicelin-Kindergarten als Raum für Kinder ist dabei immerBeziehungsraum: Raum zum Sprechen, zum Sich-Wohlfühlen, für Trauer und Hilfe, der Sicherheit, der Annahme und der Freundschaft. So wie sich der Mensch in Freiheit die Schöpfung aneignet, eignen sich Kinder die Räume unserer Evangelischen Kindertagesstätte an.

Fachkräfte und Träger ermöglichen deshalb Bewegungs- undGestaltungsfreiräume. Zugleich achten der Träger und die Mitarbeitenden auf eine Raumstruktur: so gibt es im Vicelin-Kindergarten Wirtschaftsräume, Gruppenräume, Turnräume, Ruheräume, Andachtsräume, Waschräume und auch Rückzugsräume für die Mitarbeitenden.

In der Raumkonzeption unserer Evangelischen Kindertagesstätte sehen wir die Voraussetzung einer ganzheitlichen Bildung nach evangelischem Verständnis.

Die Persönlichkeit als Einheit von Leib und Seele, Körper und Sinnen bildet sich von außen nach innen. In unserem pädagogischen Handeln ermöglichen wir deshalb Anreize zur Bildung. Dies geschieht durch die Bereitstellung von Material zum Spielen und Lernen ebenso wie durch die Gliederung derZeit. So gehören zum Alltag unserer evangelischen Kindertagesstätte Zeiten des freien Spiels, ebenso wie Mahlzeiten, Zeiten für Stille, Erzählen, Meditation, Feste, Kunst und Bewegung.

Die Gestaltung des Raumes geht in evangelischen Kindertagesstätten einher mit der Gestaltung der Zeit. In Zeit und Raum begegnen Kinder der Vielfalt des Lebens.

 

  1. 2.      Kinder sind Vorbilder!

Wir achten, beherbergen, fördern und schützen ihre Würde und Persönlichkeit. Wir fördern alle Kinder entsprechend ihren seelischen und körperlichen Bedürfnissen, unabhängig von ihrer sozialen Herkunft, Kultur und Religion und ihres Geschlechts. Wir nehmen Kinder in ihrem Sein und Handeln ernst.

Die Bibel beschreibt alle Menschen als Ebenbilder Gottes (Gen 1,27). Menschen sind mit Gott verbunden und in jedem Menschen sieht Gott etwas von sich selbst. Kinder sind Spuren Gottes. Das gibt ihnen, wie allen Menschen, eine besondere Würde unabhängig von ihren Fähigkeiten und Taten. Alle Menschen sind gleich wert und würdig. Zugleich nimmt der evangelische Vicelin-Kindergarten Kinder auch in ihrem Handeln ernst. Zur Menschenwürde gehört die Verantwortung für das eigene Handeln. Zugleich zeigt sich die Liebe Gottes in seiner Gnade, mit der er jedem Menschen ohne Vorbindungen Teilhabe am Leben ermöglicht (vgl. u.a. Gen 4).

Als evangelische Kindertagesstätte orientieren wir uns an der christlich-biblischen Vorstellung der Menschenwürde, wie er in der Schöpfungsgeschichte begründet und in den Geschichten und Taten Jesu entfaltet wird. Jesus begegnet den Menschen vorbehaltlos, egal ob sie Einschränkungen haben oder nicht. Er nimmt Menschen und besonders auch Kinder als Persönlichkeiten wahr, statt sie in gedankliche Schubladen zu sortieren. Darin stärkt er sie ihrem Selbstbewusstsein und fördert ihre Aktivität (vgl. Mk 10, 13-16).

Menschen sind aber nach biblischem Verständnis nicht vollkommen. Die Identität und das Selbstbild eines Menschen bleibt immer Fragment und im Werden. Kinder haben ein Bewusstsein für dieses Noch-Nicht und die Offenheit des Lebens. In aller Regel treten sie Menschen unvoreingenommen gegenüber. Kinder haben ein unbedingtes Vertrauen und eine unbekümmerte Neugier. Darin sind sie Vorbilder.

Unsere Evangelische Kindertagesstätte nimmt die Kinder in ihrer ganzen Person und Individualität an. Alle Kinder in ihrer Verschiedenheit und Einzigartigkeit sind mit ihren Familien in unserer Evangelischen Kindertagesstätten willkommen. Wir betrachten gerade die Unterschiedlichkeit der Kinder hinsichtlich ihrer Eigenschaften, Interessen, Fähigkeit und Lernbedürfnisse und ihres Glaubens als eine Bereicherung.Das einzelne Kind in seiner Individualität ist der Ausgangspunkt gemeinsamer Bildungsprozesse.

Aufgrund unseres christlichen Menschenbildes verfolgen wir als evangelische Kindertagesstätten das Konzept derInklusion. Wir sind bemüht die Teilhabe aller Kinder zu gewährleisten.

Um die Teilhabe aller Kinder am Leben der Evangelischer Kindertagesstätten zu ermöglichen, bieten wir ein umfängliches pädagogisches Angebot: heilpädagogische Fachkräfte, angepasste Gruppengrößen und Räume sowie strukturierte Tagesabläufe gehören ebenso zu den Standards wie das Engagement von pädagogischen Fachkräften mit unterschiedlichen Schwerpunkten.

  1. 3.      Kinder haben religiöse Fragen.

Im Bewusstsein unserer evangelischen Identität begegnen wir anderen Religionen, Konfessionen und Weltanschauung wertschätzend.

Im evangelischen Vicelin-Kindergarten wird die theologisch-philosophische Dimension menschlichen Lebens als selbstverständlicher, integraler Bestandteil des Alltags wahr und ernst genommen. Dabei können ethische und religiöse Fragen in allen Bildungsbereichen eine Rolle spielen. Wir verfolgen daher eine „integrierte Religionspädagogik“. Kinder treffen im evangelischen Kindergarten auf Erwachsene, die ihren Fragen gewachsen sind und sie kompetent begleiten.

Unsere religionspädagogische Arbeit setzt bei den Kindern und ihren großen Fragen des Lebens an. Die existentiellen Fragen nach dem Woher, dem Wohin, Sinn und Ziel des Lebens gehören elementar zum Menschen, zur Entwicklung und zum Wachsen. Solche Fragen lauten z.B.:

  • Wer bin ich und wer darf ich sein?
  • Warum muss ich sterben?
  • Wo finde ich Schutz und Geborgenheit?
  • Warum glauben manche Kinder an Allah?

Als Evangelische Kindertagesstätte nehmen wir die religiöse Dimension dieser existenziellen Fragen ernst.

Dem Ansatz beim Kind und seinen Grundfragen tritt der biblisch-theologische Bildungsauftrag zur Seite. Im Taufbefehl Jesu wird die Kirche aufgefordert zur Lehre. In der Taufe wird Kindern Segen geschenkt und sie werden in die Gemeinschaft Jesu Christi aufgenommen. Die religionspädagogische Arbeit trägt zur Aneignung dieses Taufversprechens bei. Im Kindergartenalltag lernen die Kinder drei Dimensionen des Vertrauens: Vertrauen in sich selbst (Kind). Vertrauen, dass andere helfen, wenn ich es selber nicht schaffe (Gemeinschaft) und Vertrauen, dass „alles gut wird.“ (Gottes Segen).

Evangelischer Religionspädagogik geht es dabei primär um die Kinder in der Selbst- und Ich-Bildung des Kindes.

Durch ihr evangelisches Profil nehmen wir als Evangelische Kindertagesstätte zugleich unseren gesellschaftlichen Bildungsauftrag im Sinne des Grundgesetzes wahr. Sie ist grundsätzlich für Kinder aller Religionen offen und begegnet allen Kindern wertschätzend und tolerant. Gerade das klare evangelische Profil unserer Kindertagesstätte, das für viele Kinder die Beheimatung in der evangelischen Konfession fördert, ermöglicht es Kindern, sich auf die Begegnung mit Menschen anderen Glaubens einzulassen. Wo es möglich ist, versuchen wir als Evangelische Kindertagesstätte die Beheimatung in der christlichen Religion mit der Begegnung mit anderen Religionen zu verbinden.

Im Bewusstsein seiner evangelischen Identität leistet der Vicelin-Kindergarten seinen Beitrag zum gesellschaftlich Pluralismus der Weltanschauungen und Religionen und damit zur gesellschaftlichen Toleranz und Wertschätzung aller Menschen.

 

  1. 4.      Die Vicelin-Kindergarten ist eingebunden in das geistliche Leben der Kirchengemeinde.

Kinder leben und lernen in sozialen Bezügen. Kindertagesstätten sind Orte für Kinder, aber nicht nur für Kinder. Sie sind Orte der Begegnung.

Kinder leben und lernen in vielfältigen sozialen Beziehungen, sie sind Teil einer Familie, einer Nachbarschaft, sie haben Freunde, sie wohnen in einem Dorf/einer Stadt. Sie leben und lernen in einem Gemeinwesen und entdecken vermittelt durch soziale Beziehungen ihre Lebenswelt.

In unserer Evangelischen Kindertagesstätte spiegelt sich das soziale und kulturelle Umfeld vor Ort. Sie ist offen für alle Kinder und Familien im Einzugsbereich unabhängig ihrer Herkunft, sozialen Stellung und Religion. Diese Offenheit für alle verbindet der Vicelin-Kindergarten mit der pädagogisch notwendigen Öffnung zum Gemeinwesen und zur Kirchengemeinde. Die Umsetzung dieser Offenheit geschieht durch offene Elternarbeit, Vernetzung mit Schulen (mit Kooperationsvereinbarung) und anderen pädagogischen Institutionen, der Feuerwehr und den Vereinen sowie nach Möglichkeit auch mit ortsansässigen Wirtschaftsbetrieben.

Für die Selbstbildung der Kinder ist es notwendig, dass sie Zugänge und eigene Wege in ihr soziales und kulturelles Umfeld finden. Unsere Evangelische Kindertagesstätte ist keine als besonderer Ort für Kinder abgegrenzte Kinderwelt.

Die Öffnung zum Gemeinwesen steht in Verbindung mit der Einbindung des Vicelin-Kindergartens in die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde mit ihren besonderen Räumen in Gemeindehaus und Kirche, mit ihren Gruppen und Kreisen. 

Die Kirchengemeinde als Trägerin nimmt ihren Kindergarten als einen wesentlichen kirchlichen Ort wahr der vielfältige Begegnungsmöglichkeiten eröffnet. Als kirchlicher Ort ist unsere Kindertagesstätte eingebunden in das geistliche Leben der Kirchengemeinde, in der sie mit dem Pfarramt und dem Kirchenvorstand zusammenarbeitet.

Im Alltag des evangelischen Vicelin-Kindergartens ist geistlich-religiöses Leben integriert. Es geschieht durch Erzählen und Gebet, durch stille Zeiten, durch die Besuche des Pastors/der Pastorin, aber auch in durch die Offenheit und Aufmerksamkeit der Erzieherinnen und Erzieher für die religiösen Fragen der Kinder. Unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen lassen sich auf die Fragestellungen mit Geduld und Neugier ein, sie begeben sich mit den Kindern auf die Suche nach Antworten und begegnen Kindern als vielfältige Gesichter des christlichen Glaubens.

Als kirchlicher Ort ist die Evangelische Kindertagesstätte aber auch ein Ort der Begegnung für Familien. Die pädagogische Arbeit der Evangelischen Kindertagesstätte ist durch die Einbindung in die Kirchengemeinde vor  Ort in besonderem Maße familienorientiert. Die Familie ist der primäre Beziehungsraum für das Kind.

Kirchengemeinde und Kindertagesstätte wirken zusammen bei der Angebotsgestaltung und Partizipation der Familien. Sie geschieht zum Beispiel:

-          in der Mitgestaltung von Familiengottesdiensten

-          bei der Feier von Kindergarten- und Gemeindefesten

-          in Angeboten für Eltern in Bezug auf Erziehungsfragen

-          durch die Präsenz des Pastors/der Pastorin in der Kindertagesstätte

-          in Kindergartenandachten

-          in der Einbindung von Eltern in die kirchliche Gremienarbeit (z.B. Kindergartenbeirat od. Kirchenvorstand)

Die enge Vernetzung des Vicelin-Kindergartens mit der Kirchengemeinde findet ihren besonderen Niederschlag darin, dass die Mitarbeitenden der Kindertagesstätte Mitarbeitende der Kirchengemeinde sind. Sie bilden zusammen mit den anderen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden der Kirchengemeinde eine Dienstgemeinschaft, deren Ziel es ist, den christlichen Glauben im Alltag der Kirchengemeinde zu leben.

Die pädagogischen Fachkräfte begleiten die ihnen anvertrauten Kinder in Verantwortung gegenüber dem kirchlichen Auftrag und in Ausrichtung an den Bedürfnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten der Kinder. Sie wenden sich jedem Kind in einer vertrauensvollen Atmosphäre zu und erkennen es als Persönlichkeit an. Dies geschieht auf Grundlage der gesetzlichen Bestimmungen und in der Orientierung an den Bildungsleitlinien.

Die Kirchengemeinde als Anstellungsträgerin sorgt für ihre Mitarbeitenden, in dem der Kirchenvorstand ein Klima der gegenseitigen Wertschätzung und Achtung in der Dienstgemeinschaft ermöglicht. Ihm ist bewusst, das Mitarbeitende Stärken und Schwächen haben, deshalb setzt er die Mitarbeitenden gabenorientiert ein. Zudem ermöglicht er regelmäßige Fortbildungen und angemessene Rahmenbedingungen.

 

  1. 5.      Kinder sind wertvoll!

Kinder sind Gegenwart und Zukunft. Kindertagesstätten orientieren ihren diakonischen Auftrag  am Prinzip der Nachhaltigkeit.

Als Trägerin hat die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Bornhöved die wirtschaftliche und organisatorische Verantwortung für den Vicelin-Kindergarten. Gemäß der staatlichen Regelung schließt sie mit der Gemeinde Bornhöved einen Finanzierungsvertrag ab, in welchem Ausstattung, Personalschlüssel und die Übernahme des Kostendefizits geregelt sind.

Da Kinder verlässliche und zufriedene Begleiter brauchen, achtet die Trägerin auf die Arbeitsplatzzufriedenheit ihresPersonals. Sie pflegt einen wertschätzenden Umgang, der sich in der Partizipation des pädagogischen Fachpersonals (vertreten durch KiTa-Leitung) an allen Entscheidungen, die die Kindertagesstätte betreffen, in einer Vergütung gemäß Tarifvertrag sowie in der Ermöglichung von Fort- und Weiterbildung besteht. Der Kirchenvorstand benennt ein Mitglied, das der KiTa-Leitung als Vertrauensperson zur Seite steht. Die Trägerin trägt ihr Engagement in der Evangelischen Kindertagesstätte auch durch finanzielle Beiträge.

Kinder sind wertvoll und Kinder leben in wertvollen Beziehungen. Die Trägerin der Kindertagesstätte fördert die Zusammenarbeit zwischen dem pädagogischen Fachpersonal und den Eltern. Sie achtet darauf, dass Eltern die Möglichkeit zur Zusammenarbeit eröffnet wird. Die Trägerin setzt sich für sozialverträgliche Elternbeiträge ein.

Die Trägerin fördert den Prozess der kontinuierlichenQualitätsentwicklung im Dialog und wirkt in ihm durch den Kirchenvorstand mit. Dabei gewährleistet sie, dass die Evangelische Kindertagesstätte mit anderen Evangelischen Kindertagesstätten im Kirchenkreis vernetzt ist. Sie ermöglicht es der Leitung an den regionalen Konventen und Qualitätszirkel teilzunehmen.

 

Nachwort

„Wenn du ein Kind siehst, dann hast du Gott auf frischer Tat ertappt.“ – Erinnern Sie sich noch an den Titel? Der Maler und Bildhauer Michelangelo wurde einmal gefragt, wie es käme, dass er so wunderbare Werke schaffen könne. „Es ist ganz einfach“, antwortete er. „Wenn ich einen Marmorblock betrachte, sehe ich die Skulptur darin. Ich muss nur noch das entfernen, was nicht dazugehört.“

Gott ist ein Künstler und die Kinder sind seine Gedanken. Wenn sie geboren werden, so sind sie wie ein schöner Marmorblock: Sie sind unbehauen und tragen doch das schönste sich: die Liebe und die Verheißung des gelingenden Lebens.

Gott ist ein Künstler, der seine Kinder begleitet. Er schenkt ihnen Beziehungen zu Eltern, Geschwister, Erziehern und anderen. Es sind Beziehungen, in denen die Kinder reifen. Jede Beziehung ist wie ein Meißelschlag auf den Marmorblock: Es wird etwas weggenommen und gleichzeitig etwas Wunderschönes freigelegt. Das Kind als Persönlichkeit mit eigenen Gedanken, Wünschen und Ideen tritt langsam immer mehr hervor. Evangelische Kindertagesstätten sind Orte, an denen mit viel Zeit und Gelassenheit, das Verborgene im Kind geöffnet wird und den Raum ergreift.

Der Vicelin-Kindergarten Bornhöved und die Menschen, die in ihm arbeiten, aber sind selbst Institutionen auf dem Weg. Sie arbeiten beständig an ihrer Qualität und suchen nach neuen Möglichkeiten, damit Kinder reifen und optimal begleitet werden auf dem Weg durchs Leben.

Die vorangestellten Zeilen sind daher Leitlinien auf dem Weg. Unsere Evangelische Kindertagesstätte ist eine lernende Institution, die ihr pädagogisches Handeln immer wieder durch den fortlaufenden Prozess der Qualitätsentwicklung reflektiert und den Entwicklungen anpasst. Als lernende Institution ist sie wie die ihr anvertrauten Kinder, wie die Eltern und wie die Kirche auf dem Weg und offen wir Anregungen, Eindrücke und Ideen. Sie ist selbst „… auf frischer Tat.